Eine Theorie der Transaktionsanalyse sind die 4 Grundemotionen.

Diese Grundemotionen sind: Freude, Trauer, Wut und Angst.

In den ersten Lebensjahren lernt das Kind diese Emotionen zu leben, es lernt es von Eltern, Bezugspersonen und seiner Umgebung. Manche sagen, schon ab dem Moment, als die Mutter bemerkt, dass sie schwanger wird, finde ein Austausch und ein Lernen des Kindes statt.

Solange man diese Grundemotionen lebt, wie sie sind, sind sie gesund und ebenso ist es auch wichtig, diese zu leben.

Der Zeitstrahl der “echten Gefühle”

Es gibt die Freude, welche zeitlos ist, man freut sich über Vergangenheit und Zukunft, über das Jetzt und Hier. Zeitlos.

Dann gibt es die Trauer, welche sich auf die Vergangenheit bezieht.

Die Wut bezieht sich auf das Hier und Jetzt. Man ist wütend wegen einer Situation oder einem Ereignis, welches Jetzt und Hier passiert.

Und das Grundgefühl Angst lebt sich in Bezug auf die Zukunft.

Welches Gefühl ist in deiner Familie erlaubt, gelebt und welches verboten?

So weit so gut. Doch oft werden ein oder mehrere Gefühle in der Familie oder der Sippe nicht gelebt. Manchmal sogar unterdrückt. Das Kind kann dieses Gefühl dort nicht lernen.

Frage dich selber:

Wurde und wird in deiner Familie Trauer gelebt?

Ist es erlaubt, wütend zu sein?

Hat deine Mutter Angst leben und ausdrücken und zulassen können?

Wie wurde Freude ausgedrückt oder sogar unterdrückt?

Emotionen sind wichtig für ein gesundes Leben und Zusammenleben

So wird der Mensch älter und verlässt vermehrt auch die Umgebung der Sippe und Familie, geht in die Schule und trifft Freunde.

Nehmen wir das Beispiel von Trauer: Ein Mensch hat nicht gelernt Wut zuzulassen oder zu (er)leben, jedoch Trauer. Die Person wird provoziert oder erlebt eine ungerechte Situation und anstatt wütend zu werden, steigen ihr Tränen in die Augen. Es entsteht ein „unechtes Gefühl“ und die wahre Wut speichert sich im Gedächtnis des Körpers ab, führt zum Beispiel zu Verspannungen. Jedesmal wenn diese Person in eine solche Situation kommt oder daran erinnert wird, verspannt sich zum Beispiel der Nacken.

Wie merkt man, ob es ein „unechtes Gefühl“ ist?

Dazu dient der oben erwähnte Zeitstrahl. Wirst du wütend über ein Ereignis in der Vergangenheit, hast du es nicht losgelassen und gehst emotional zu dem Ereignis zurück? So holst du das Ereignis ins Hier und Jetzt und kannst dich tagelang “schwarzärgern”.

Oder du wirst wütend über ein Ereignis in der Zukunft, welches noch nicht eingetreten ist oder überhaupt eintreten wird.

Hier eignet sich zum Beispiel Psychohygiene. Oder das Urvertrauen stärken.

Gesunde Beziehungen führen, die Wurzel von Liebe erkennen

Und um eine gesunde Beziehung führen zu können, zu dir selber, zu deinem Partner/in und zu deinen Liebsten, ist es wichtig, die Emotionen zu leben zu lernen, zu leben und auch bei dem Gegenüber zu verstehen und zu fühlen. Das nennt sich Empathie und ist eine der Wurzeln für wahre Liebe.

Wie lernt der Mensch nun damit umzugehen?

Es gibt verschiedene Varianten:

Vorausgehend ist es wichtig, sich über seinen emotionalen “Lernzustand” bewusst zu sein. Und zu verstehen, dass wahrscheinlich die Eltern dieses selber nicht gelernt oder verlernt haben. Die Schuldfrage loslassen. Das kann schmerzhaft und schwierig sein.

Des weiteren hilft Selbstreflektion. Das kann man alleine machen, mit einem bereits reflektierten Gegenüber oder zum Beispiel in einer psychosozialen Beratung.

Manchmal ist es etwas tricky, diese angestauten Emotionen zu erreichen. Man kann über die Körpertherapie gut daran gelangen und diese lösen. Sport, Massage, Craniosacral, Tanzen, Yoga, etc.

Da es sich bei (un)gelernten Emotionen oft um den unbewussten Teil in einem handelt, erreicht man diese gut über Hypnose oder Meditation. Auch das lässt sich lernen. Oder man geht in eine Gruppenmeditation, in die Hypnose oder lernt Selbsthypnose.

Und oft wird man in einer (Liebes)Beziehung oft gut gespiegelt und auch getriggerd, so dass man entweder realisiert oder verliert.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Es gibt noch ein weiteren wichtigen Aspekt, der über deine eigene psychische Gesundheit und Beziehungsfähigkeit hinaus geht und das Leben an sich beeinträchtigen kann.

Nur ein Mensch, der freudig, leichtfüssig und guter Laune ist, singt und summt vor sich hin. Scheinbar grundlos. Unbeschwerte Lebensfreude. Du kennst das von kleinen Kindern. Es gibt auch Erwachsene, die es tun, noch immer.

Lass uns gemeinsam ein Beispiel anschauen, um die Wichtigkeit des Erlernen dieser Grundemotionen zu veranschaulichen.

Das Mädchen mit der puren Lebensfreude

Ein Mädchen von 8 Jahren läuft singend, hüpfend, unbeschwert, pure Lebensfreude ausstrahlend von der Schule nach Hause. Sie läuft an einer Bushaltestelle vorbei. Eine Frau, gestresst vom Alltag, versucht rauchend ihren Frust loszuwerden, steht da und sieht und hört das Mädchen:

Variante eins: Diese Frau kennt und lebt Lebensfreude. Sie hört das Singen und sieht das Mädchen, diese pure Lebensfreude. Und ein Lächeln macht sich auf ihrem Gesicht breit, der Druck fliesst aus den Schultern und sie bemerkt die wärmende Sonne. Sie hat Empathie und nimmt die Lebensfreude auf und teilt diese.

Variante zwei: Diese Frau hatte nicht das Glück, Freude zu lernen, oder es wurde bei ihr damals zu Hause nicht erlaubt.

„Summst du gerne?“, fragt sie das Mädchen. „Jaaa“, antwortet das Mädchen.

„Warum lernst du es dann nicht? Es hört sich schrecklich an.“

Hat das Mädchen gute Resilienz und genug Lebensfreude, wird es vielleicht antworten „Das ist eine gute Frage, kennst du einen Ort, wo ich das lernen kann?“

Auch besteht die Möglichkeit, dass, wenn das Mädchen zu Hause ankommt, die Lebensfreude verloren hat. Vielleicht geht es sogar in sein Zimmer. Wenn es das nächste Mal bei der Bushaltestelle vorbeiläuft, verstummt es vielleicht sogar, da es gelernt hat, mit dem Summen stört es andere Leute.

Was ist hier passiert? In Variante zwei hat die Frau nie gelernt, Freude zu leben oder es wurde in der Familie sogar unterdrückt. Sie fühlt diese pure Lebensfreude von aussen und es ist ihr unangenehm. Sie kann diese nicht mitfühlen, kennt es nicht. Es kann sie sogar emotional schmerzen. Bewusst oder unbewusst versucht sie diese pure Lebensfreude zu unterdrücken. Und kann dabei sogar verletzend werden.

Platz für Trauer

Das Gleiche kann passieren, wenn jemand nicht gelernt hat Trauer zu leben und fühlen. Die Umarmung, um jemand zu trösten, ist oft auch eine Nachahmung, ein unbeholfener Versuch, sich zu verbinden mit der Person. In manchen Fällen sogar der symbolische Versuch, die Trauer des anderen zu ersticken, weil es schmerzt, diese selber nicht leben zu können und daran erinnert zu werden.

Die Umarmung findet statt und gleichzeitig bleibt die umarmende Person unberührt. Die Trauer kann nicht fliessen.

Sei Mensch, lebe deine Emotionen

Echte Grundemotionen sind gut. Können diese nicht gelebt werden, stauen sie sich oft im Körper, zum Beispiel in Muskeln, als Verspannungen an oder speichern sich im Unbewussten an. Sie können unser Lebensgefühl trüben und kommen oft, wenn sie zu viel werden, zu einem unpassenden Zeitpunkt hoch und lassen uns völlig irrational und übertrieben reagieren oder uns sogar gefühlstaub werden.

Stelle dir wichtige Fragen

Welche Emotionen wurden in deiner Familie gelebt, welche waren ein Tabu? Möchtest du lernen die Emotionen zu leben und gesunde Beziehungen zu führen?

Was möchtest du deinen Liebsten und auch deinen eigenen Kindern weitergeben?

Übernimm Verantwortung für dich und ein gesundes, zufriedenes und glückliches Leben.

Sei Mensch. Sei echt.

Atte.

Wolf

Die 4 Grundemotionen